Unser Meer (18. Juli 2007)

von Lautmaler

Ich ertränke dich in meiner Aufmerksamkeit.
In diesem Meer,
welches wir uns selbst geschaffen haben.
In unserem Meer,
in dem ich nicht mehr schwimmen kann.

Zu hoch sind die Wellen.
Zu leer ist meine Kraft.

Es reißt mich fort.
Es spült mich weg.
Es wäscht mich aus.

Und wo einmal etwas war,
ist jetzt blankes, schieres Nichts.
Welches sich erdreistet,
mich auch noch anzuschreien.
Als sei Nichts nicht schon genug! Pah!

So bleibt doch nur ich gegen die Tage zurück.
Ein Kampf mit der Aussichtslosigkeit.
Denn so zahlreich und so täglich sind sie.
Irgendwann trägt es mich an den Strand.
Ein Fleckchen kühle Küste.
Ich wache auf und erkenne:

“Das ist das Meer der Einsamkeit, an dem wir alle sitzen!
Es liegt vor uns, Freunde.”

Sodann verstecke ich mich meine Scham in einem Buch.
Um nicht länger hochschauen zu müssen ins Nichts.
Ohne die Normen zu leben war mir schlicht unmöglich.
Und mit ihnen offensichtlich verboten.
Ein heilloses Durcheinander sage ich euch.1

1. Diese Zeilen sind irgendwie keine Alltagskritik und somit ja eigentlich am Thema vorbei. Aber so fühle ich mich nun mal gerade. Dennoch ich finde es interessant, dass jemanden zu lieben mich scheinbar unverwundbar oder zumindest schmerzlos gegen den Alltag macht. Das könnte ein Aspekt sein, der hierher passt.